In jeder Gruppe, die priorisiert geimpft werden sind sehr unterschiedliche Gruppen zusammengefasst. Ältere, die vielleicht mehr geführt werden müssen und Jüngere aus kritischen Berufen, die vielleicht weniger Antworten und Führung bedürfen.
Je differenzierter wir auf diese Gruppen eingehen, desto höher wird der Durchsatz.
Nehmen wir die Betriebsärztliche Grippe-Impfung in einem großen Krankenhaus: Minimale Aufklärung, schneller Durchsatz. Dieser gleiche Personenkreis hat sich mit der COVID-Impfung auch auseinandergesetzt und ist in der Lage, in einem ähnlichen Tempo geimpft zu werden. Wenn wir diese Personengruppe über den normalen Prozess ziehen, dann verlangsamen wir einen Prozess, der schneller ginge und nutzen Kapazitäten, die wir bei den Älteren besser einsetzen könnten.
Mein konkreter Vorschlag ist eine schnelle Spur im Impfzentrum vorzusehen und ggfs. nachzurüsten, die hier einen hohen Durchsatz ermöglicht, besonders Effizient ist und den regulären Prozess entlastet.
Der Fasttrack folgt den folgenden Designentscheidungen: Alle Daten, die eingegeben werden, werden vorher eingegeben. Das kann bei der Terminvergabe sein, oder über ein eigenes Smartphone im Impfzentrum. Wer das nicht kann, geht in den regulären Prozess.
Am Empfang wird die Vollständigkeit der Daten und Unterlagen geprüft und abgeklärt, ob Fasttrack Sinn macht. Alle Unterlagen kommen auf ein Klemmbrett. Das Klemmbrett verhindert, dass Unterlagen wieder in die Tasche gesteckt werden und an den Stationen gesucht werden müssen. Das Klemmbrett wird am Ende zurückgegeben. Über die Zahl der Klemmbretter wird die Zahl der Menschen im Gebäude kontrolliert. Der Stift ist ein billiger Kugelschreiber, der mitgenommen wird (Aufdruck “Ich bin geimpft! Impfzentrum Name-der-Gemeinde”)
Die Aufklärung geschieht im Stehen. Der Stationsaufbau entspricht der Passkontrolle am Flughafen. Privatsphäre über Abstand, aber nicht über weitere Türen. Die Ärztin prüft die wichtigen Punkte ab. Keine Abstriche im Gespräch, Zeit wird gespart beim Reingehen, Rausgehen, Tür öffnen, hinsetzen, usw. Station wird parallelisiert mit zwei oder drei Vorgängen nebeneinander, je nach gewünschtem Durchsatz.
Danach kommt eine Reihe von Stühlen. Patienten setzen sich hin und machen den Oberarm frei. Es wird nicht räumlich zwischen den Patienten getrennt. Eingeschränkte Privatsphäre. Wer das nicht mag, geht in den normalen Prozess. Das Impfteam hat das Material auf einem Wagen und geht von Stuhl zu Stuhl. Hier ist ein sehr schneller Prozess möglich mit einer Person, die vorbereitet, eine Person impft, eine Person bereitet nach.
Patienten stehen dann alleine auf und gehen in den Überwachungsbereich und warten die Überwachungszeit ab.
Am Ausgang wird das Klemmbrett und die Unterlagen entgegengenommen.
Dieser Prozess ist nicht für alle, macht einige Annahmen, die nicht allgemeingültig sind und ist gerade deswegen sehr effizient und schnell. Er stützt sich auf die zentralen Funktionen im Impfzentrum (Impfstoffvorbereitung, Notfallteam im Überwachungsbereich, usw.) ab und ist gerade dadurch sehr einfach. Je nach errechbarer Taktung sind mit einem Arzt, einer Person, die impfen darf und etws organisatorischem und unterstützenden Personal in der Lage hunderte von Impfungen pro Schicht zu verabreichen. Doppelschichten und parallele Stationen erhöhen den Durchsatz.
Jedes kommunale Impfzentrum und gerade die größeren Landeszentren oder Großimpfzentren profitieren von so einem Fasttrack und vergrößern ihren Durchsatz, bzw entlasten den regulären Prozess, so dass hier mehr Zeit und Ruhe für die Patienten aufgebracht werden kann, die davon profitieren.
Im folgenden beschreibe ich die Stationen im Detail und erläutere welche Eigenschaften wichtig sind, um wirklich hohen Durchsatz zu erreichen. Zuvor möchte ich nur kurz darauf hinweisen, dass ich diesen Fasttrack bei Ihnen gerne etabliere, wenn Sie Sich die Mühen und die Zeit sparen wollen, das selber zu tun.
Im nächsten Kapitel geht es um den Empfang, was die Voraussetzungen sind, wie diese realisiert werden können.