Prozesse mit stabilem Engpass

Prozesse mit stabilem Engpass

Es gibt Gründe, sich einen Prozess mit einem stabilen Engpass zu wünschen. Also einen Prozess, in dem ein Prozessschritt langsamer als die anderen ist und begrenzt, was der Prozess als Ganzes erreichen kann.

Wenn Sie Ihre Kosten aufschlüsseln für jeden Prozessschritt, dann fällt häufig auf, dass ein Prozessschritt teurer ist als die anderen. Und ich meine dabei teurer aufzurüsten. Ein Impfzentrum hat nur begrenzt Personal, vor allem nur begrenzt Fachpersonal, hier aufstocken zu müssen mag gehen, kostet aber.

Es macht Sinn, den ganzen Prozess um diesen einen Engpass herum zu optimieren, damit dieser teuerste Schritt optimal ausgenutzt wird. Überkapazität in allen anderen Prozessschritten sind vergleichsweise billig. Die Aufklärung macht eine Ärztin, das Impfen kann schon von anderen im Auftrag geschehen, der Empfang setzt nochmal weniger Ansprüche an das Personal. Es macht also Sinn, die Kapazität des gesamten Impfzentrums, des gesamten Prozesses an dem Durchsatz dieses teuersten Schrittes zu messen.

Ein stabiler Engpass hat noch weiter Vorteile: Es vereinfacht die Planung ungemein. Da nur der Engpass den Durchsatz begrenzt, muss auch nur auf diesen geachtet werden, wenn es um die Terminierung geht. Wenn ich weiß, wieviele Aufklärungsgespräche ich führen kann (und das mein Engpass ist), dann weiß ich, wie viele Termine ich vergeben kann. Ob ich eine Person zu viel am Empfang habe, ist dabei völlig irrelevant.

Wenn mir also Ärzte für Aufklärungsgespräch fehlen, weiß ich auch, welche Termine ich kurzfristig absagen müsste. Es gibt hier dann keine Überraschungen mehr.

Ärgerlich ist dann ein wechselnder Engpass, wenn ich Termine nach der Aufklärungskapazität vergebe und dann Sitzplätze im Überwachungsbereich fehlen. Wenn wir mit stabilem Enpass planen wollen, dürfen wir also auch immer drauf achten, dass die anderen Prozessschritte wirklich mehr leisten können.

Als grober Richtwert bietet es sich an, an allen Nicht-Engpass-Stationen rund 15% Überkapazität zu planen. Dadurch gleichen sich kleine Schwankungen aus und es entsteht ein selbstregelnder Zustand, der wenig Eingriff von der Führungsmannschaft bedarf.

Wenn wir das erfüllen, dann ist ein solcher Prozess mit stabilem Engpass einfach und übersichtlich und für die Verantwortlichen kein Stress, auch wenn er gerade schnell schnell aus dem Boden gestampft wird.

Ich hoffe klar gemacht zu haben, wie wichtig so ein stabiler Engpass für die Zuverlässigkeit ist. Im nächsten Kapitel geht es um die Details des Prozessmanagements. Und keine Sorge, wenn Ihr Zustand komplexer ist, dann kommen im Anschluss auch die Methoden für wechselnde Zustände, die sie auch da robust durchbringen.

Und wenn Ihnen das selberlesen, selbererkennen, selberumsetzen zu langsam ist, dann gilt auch hier mein Angebot, dass ich Ihnen gerne helfe. Melden Sie Sich mit ihrer Frage und wir führen Sie da raus.