Die Impfung im Fasttrack

Die Impfung im Fasttrack

Auch hier ist ein Paradigmenwechsel weg vom ärztlichen Besprechungszimmer empfohlen. Viele Wände, Türen und Privatsphäre machen den Prozess langsam. In anbetracht der Tatsache, dass eine Spritze in den entblößten Oberarm gesetzt wird, ist fraglich, wie viel Privatsphäre hier notwendig ist. (Die Fernsehbilder von den ersten geimpften, die genau diesen Zustand für ein Millionenpublikum sichtbar machen, erinnern wir noch alle, oder? Sind ja erst ein paar Tage her.)

Wände und Türen verlangsamen den Prozess auf zwei Wegen. Einerseits ist es für das Impfteam langsamer, von Raum zu Raum zu gehen und zu impfen. Wege kosten Zeit, lange Wege kosten viel Zeit. Wenn die Teams sich nicht bewegen und die Patienten rein und rausgehen, dann fällt zusätzlicher Zeitbedarf für das Entkleiden an.

Das sind Zeiten, die für den Prozess stenggenommen nicht notwendig sind und wegrationalisiert werden können, ohne dass Komfort oder Sicherheit leiden. Hier gilt es anzusetzen. Am schnellsten wird der Prozess, wenn die Patienten sich selber an- und auskleiden. Sie dies an einem Platz tun können, ohne ihn zu verlassen. Patienten haben Jacken, vielleicht einen Pullover und eine Tasche. Die müssen ab- und angelegt werden, um an den Oberarm zu kommen.

Bonuspunkte gibt es, wenn die Patienten selber den Platz finden können und keinen Einweiser benötigen. Auch hier schaden zu viele Wände und Sichtschütze.

Das Impfteam hat einen Wagen und geht von Stuhl zu Stuhl, checkt die Unterlagen und Aufklärung, bereitet vor, impft, dokumentiert die Uhrzeit und versorgt den Einstich. Dann geht das Team weiter und der Patient kleidet sich selber an und verlässt den Bereich.

Das Team braucht für eine hohe Effizienz kurze Wege. Auch daher, nicht zu viel Blickschutz unterbringen, der im Wege ist.

Ohne den Blickschutz ist es auch leichter, einen Überblick über den Raum zu bekommen, was ein Sicherheitsgewinn ist beziehungsweise erlaubt mit weniger Personal das gleiche Sicherheitniveau zu halten.

Es wird also von den Patienten vorausgesetzt, dass diese Kleidung tragen, die sie alleine an- und ausziehen können und mit der sie für ein paar Minuten bereit sind in einem Raum mit anderen Menschen zu sitzen. Wer das nicht mag oder kann, geht in den Standardprozess. Der Fasttrack ist dazu da, die schnellen Fälle schnell abzuarbeiten.

Ein sehr guter Kompromiss aus Privatsphäre und Schnelligkeit ist der Folgende Aufbau. Mit Sichtschutz rechts und links werden Zellen aufgebaut. In diesen stehen zwei Stühle. Das Impfteam geht auf der hinteren offenen Seite hin- und her. Die Patienten verkehren auf der vorderen Seite.

Ein Stuhl steht hinten, wo das Team impft. Dort wartet der Patient auf das Team.

Ein Stuhl steht vorne Richtung Warteschlange. Dort werden Taschen und Jacken in Sichtweite des Patienten abgelegt.

Von der Warteschlange ist nur der Stuhl mit der Jacke zu sehen, nicht die teilentkleideten Patienten auf dem anderen Stuhl. Damit kann jemand in der Warteschlange selbstständig in eine freie Zelle gehen und sich vorbereiten.

Die Patienten sind sichtbar für alle Vorbeigehenden. Das ist jeweils nur einer, das ist kurz, das ist die dem entblößten Arm abgewandte Seite und ein Kompromiss, der erhebliche Effizienzen freilegt.

In dieses Design sind viele Überlegungen eingeflossen, die den Durchsatz auch bei geringer Personalstärke beschleunigen sollen. Gerne helfe Ich Ihnen den Prozess bei ihnen zu etablieren. Der Aufwand ist gering, der Nutzen erheblich.

Dies ist Teil einer Reihe über den Fasttrack-Prozess. Weiter geht es mit Die Impfung im Fasttrack, der ein paar Schleifen schließt, die vorher geöffnet wurden.